KM-2011-4-Editorial

Komplexe Probleme brauchen häufig auch eine vielschichtige Lösung

Die Brust des Mannes ist in der Ästhetik lang nicht von solcher Bedeutung wie die weibliche Brust. Dennoch kann die Gynäkomastie des Mannes für ihn ein ästhetisches und psychologisches Problem werden. Eine Reihe von Medikamenten (Beta-Blocker, Androgene u.a.m.) aber auch das Übergewicht und Alterung spielen hierbei eine Rolle. Die Arbeitsgruppe von Matthias Sandhofer und Kollegen aus Linz stellt ihr Behandlungskonzept vor, welches aus drei Komponenten besteht:
Radiowellen, mikrokanuläre Liposuktion und Adenektomie. Hierdurch können die Autoren optimale ästhetische Ergebnisse erzielen. Anders verhält sich der Zugang bei der häufigeren und unkomplizierteren Pseudo-Gynäkomastie, die sich durch alleine der Vermehrung des subkutanen Fettgewebes auszeichnet. Hier ist eine Liposuktion ausreichend.

Die dekorative Kosmetik und die Hautpflege waren jahrhundertelang Inbegriff der Kosmetik. In den letzten Jahren ist durch Verwendung aktiver Substanzen in Kosmetika der Begriff “Cosmeceutical” etabliert worden. Allerdings ist es nicht immer simpel, aktive Substanzen an den gewünschten Wirkungsort zu  transportieren. Hierzu bedient man sich diverser Tricks in der Galenik, jedoch
können auch physikalische Methoden überaus hilfreich in dieser Hinsicht sein. In einer Übersicht geben die Genfer Forscher Taís Gratieri und Yogeshvar N. Kalia Einblicke in das physikalische Methodenspektrum, die Hornschichtbarriere erfolgreich zu überwinden. Laser und Schall, Iontophorese und Microneedling sind Teil dieses Spektrums.

In vielen Teilen dieser Welt sind Pigmentstörungen nicht allein ein kosmetisches Problem, sondern auch stigmatisierend. Neben der Vitiligo als häufigste depigmentierende Erkrankung ist es vor allem das Melasma, welches durch seine bevorzugt fazialen Hyperpigmentierungen problematisch ist. Sonne und dunklere Hauttypen sind bekannte Risikofaktoren. In einer Kooperation kubanischer und slowakischer Dermatologen wurde eine topische Zubereitung auf der Basis pflanzlicher Auszüge klinisch getestet und mit Hydrochinon verglichen. Bevorzugt war der Hauttyp III nach Fitzpatrick vertreten. Das Melasma war überwiegend zentrofazial lokalisiert. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass das neue Produkt sicher ist und effektiver bei kubanischen Frauen mit einem Melasma wirkt als Hydrochinon.

Diese Ausgabe der KOSMETISCHEN MEDIZIN enthält außerdem für aller Laser-interessierten die Abstracts des zweiten 5-Kontinente Laserkongresses, an dem Herr Dr. Klaus Fritz aus unserem Editorial Board besonders aktiven Anteil hat.

Ihnen viele Anregungen beim Lesen der aktuellen Ausgabe der KOSMETISCHEN MEDIZIN

Ihr
Uwe Wollina, Dresden